Dinner à La Carte 18.00 hrs. – 23.00 hrs.
Casa Pascal ist berühmt für seine europäische und thailändische Küche. Im Herzen von Pattaya. Elegant und doch lässig
Casa Pascal
Pattaya 2nd Road
Opposite Royal Garden Plaza
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Die Wörter Tatar, Tartar und Tartare sehen beinahe gleich aus, haben jedoch eine komplizierte sprachgeschichtliche Entwicklung. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen dem ursprünglichen Namen eines innerasiatischen Volkes, seiner mittelalterlichen europäischen Umformung und der späteren kulinarischen Verwendung.

Beef Tatar
Der Name Tatar ist kein europäischer und ursprünglich auch kein lateinischer Begriff. Er stammt aus Innerasien und bezeichnete zunächst bestimmte Stammesgruppen beziehungsweise Stammesverbände im Gebiet der heutigen Mongolei.
Zu den ältesten eindeutigen schriftlichen Belegen gehören die alttürkischen Orchon-Inschriften aus dem 8. Jahrhundert. In den Inschriften für Kül Tigin und Bilge Qaghan aus den Jahren 732 und 735 erscheinen Gruppen mit den Namen:
Damit ist erwiesen, dass die Namensform Tatar ohne eingeschobenes r bereits Jahrhunderte vor dem Mongolenreich und vor dem Kontakt mit Westeuropa existierte.
Wer den Namen ursprünglich erfand, ist unbekannt. Die Orchon-Inschriften zeigen lediglich, dass er damals bereits gebräuchlich war.
Die historischen Tataren waren zunächst eine eigenständige Stammeskonföderation und zeitweise sogar Gegner der Mongolen.
Temüdschin, der spätere Dschingis Khan, besiegte die Tataren um das Jahr 1202. Ein Teil der Überlebenden wurde in seine Herrschaft und seine Streitkräfte eingegliedert. Im Jahre 1206 wurde Temüdschin zum Dschingis Khan erhoben und gründete das Mongolenreich.
Dieses Reich bezeichnete sich selbst jedoch nicht als „Tatarisches Reich“, sondern als mongolisches Reich. Seine Träger nannten sich Mongolen.
Als die mongolischen Heere im frühen 13. Jahrhundert nach Westen vordrangen, verwendeten verschiedene Nachbarvölker den bereits bekannten Namen Tatar zunehmend als Sammelbezeichnung für die neuen Eroberer.
Dafür gab es mehrere mögliche Gründe:
Die eigentlichen Tataren waren teilweise in die mongolischen Heere eingegliedert worden. Ausserdem war ihr Name bei den westlichen Nachbarn Innerasiens bereits bekannt, während der Name „Mongolen“ in Europa zunächst kaum geläufig war. So wurde der Name einer bestimmten Gruppe nach und nach auf das gesamte mongolische Heer übertragen.
Es gab jedoch keinen einzelnen Menschen, der den Mongolen offiziell den Namen „Tataren“ gab. Die Bezeichnung entstand schrittweise als Fremdbezeichnung und verbreitete sich über asiatische, russische, kaukasische und schliesslich westeuropäische Quellen.
In lateinischen Berichten erscheinen entsprechende Bezeichnungen seit den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts. Besonders bekannt ist der Bericht des päpstlichen Gesandten Giovanni da Pian del Carpine, der zwischen 1245 und 1247 zum Hof des Grosskhans reiste.
Der überlieferte Titel seines Werkes lautet:
Historia Mongalorum quos nos Tartaros appellamus
Das bedeutet:
„Geschichte der Mongolen, die wir Tartaren nennen.“
Das Wort „wir“ ist dabei entscheidend. Giovanni schrieb nicht, dass diese Menschen sich selbst Tartaren nannten. Er erklärte vielmehr ausdrücklich, dass die Westeuropäer die Mongolen so bezeichneten.

Beef Tatar
Im lateinisch geprägten Westeuropa wurde aus Tatar zunehmend Tartar, lateinisch unter anderemTartari oder Tartarus.
Das eingeschobene r entstand durch die Verbindung mit einem bereits viel älteren Wort:
Der Tartarus war in der griechisch-römischen Mythologie die tiefste Unterwelt, ein Ort der Verdammnis und des Schreckens.
Als die mongolischen Heere im 13. Jahrhundert Europa bedrohten, verbanden mittelalterliche Chronisten den fremden NamenTatar mit dem ihnen bekanntenTartarus. Aus den gefürchteten Tataren wurden sprachlich gewissermassen „Menschen aus dem Tartarus“ – also aus der Hölle oder Unterwelt.
Das zusätzlicher war somit keine ursprüngliche Bestandteile des Volksnamens, sondern eine mittelalterliche europäische Umdeutung.
Das lateinische Wort Tartarus ist tatsächlich viel älter als die moderne deutsche Schreibweise Tatar. Daraus folgt jedoch nicht, dass „Tartar“ die ursprünglich richtige Form des Volksnamens sein muss.
Es handelt sich zunächst um zwei voneinander unabhängige Wörter:
Erst im europäischen Mittelalter wurden die beiden Wörter miteinander verbunden. Das ältere Alter von Tartarus beweist daher nicht, dass der Volksname ursprünglich Tartar lautete. Im Gegenteil: Das Wort Tartarus beeinflusste und veränderte den bereits bestehenden Namen Tatar erst nachträglich.
Sprachgeschichtlich wurde also nicht aus Tartarus das Wort Tatar. Vielmehr wurde Tatar unter dem Einfluss von Tartarus zu Tartar umgeformt.
Das Französische übernahm die mittelalterlich-lateinische und westeuropäische Form mit dem eingeschobenen r:
Die kulinarische Bezeichnung sauce à la tartare tartare ist in französischen Kochbüchern seit dem frühen 19. Jahrhundert belegt. Das französische Wort tartare für eine entsprechende Sauce erschien im Laufe des 19. Jahrhunderts; später wurde auch das rohe, gewürzte Rindfleisch als steak tartarebezeichnet.
Das Französische bewahrte damit die historische westeuropäische Form mit dem zusätzlichen r.

Beef Tatar
Das Englische übernahm die kulinarischen Begriffe weitgehend aus dem Französischen, verwendet jedoch zwei unterschiedliche Formen:
Bei steak tartareblieb die französische Schreibweise tartare erhalten.
Bei tartar sauce wurde das französische sauce tartare an die englische Wortstellung und Schreibweise angepasst. Die englische Form tartar sauce ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts belegt.
Im heutigen Standarddeutsch lauten die korrekten Formen:
Der Duden führt Tatar sowohl für den Volksnamen als auch für das rohe, gewürzte Fleischgericht. Die Schreibweise Tartar wird im Deutschen als Falschschreibung behandelt.
Das Deutsche hat dabei nicht einfach willkürlich ein r aus einem ursprünglich lateinischen Wort entfernt. Die deutsche Form Tatar entspricht vielmehr dem ursprünglichen innerasiatischen Volksnamen ohne die mittelalterliche Verbindung zum lateinischen Tartarus.
Jede Sprache folgt heute ihrer eigenen standardsprachlichen und kulinarischen Tradition:
Auf einer gehobenen Schweizer Speisekarte ist die französische Bezeichnung Sauce tartare auch innerhalb eines deutschen Gerichtnamens vollkommen passend und kulinarisch elegant.
Beispiel:
Kabeljau-Knusperli mit Sauce tartare
Englisch:
Crispy Cod Bites with Tartar Sauce
Die ursprüngliche Namensform lautet Tatar. Sie ist bereits in innerasiatischen Quellen des 8. Jahrhunderts belegt.
Im frühen 13. Jahrhundert wurde dieser Name als Fremdbezeichnung auf die mongolischen Eroberer übertragen. Westeuropäische Chronisten verbanden ihn anschliessend mit dem griechisch-lateinischen Tartarus, der Unterwelt. Dadurch entstand die mittelalterliche Form Tartar beziehungsweise Tartare.
Daraus entwickelten sich die heutigen sprachlichen Unterschiede:
Historisch betrachtet hat das Deutsche somit nicht einfach ein r „vergessen“. Das eingeschobene r entstand vielmehr erst durch eine mittelalterliche westeuropäische Umdeutung des älteren Namens Tatar.